Bargeldlose Kollekte

Es war nur als ein kleiner Test geplant - aber der ist auf großes Interesse gestoßen.
Exemplarisch wurde am 15. und 22. April 2018 in den Konfirmationsgottesdiensten der Kirchengemeinde Walsrode eine „bargeldlose Kollekte“ getestet.

Gemeinsam mit der örtliche Sparkasse wurde ein QR-Code entwickelt, über den mit manchen Online-Banking Apps direkt eine Überweisung auf das Konto generiert werden konnte, auf das auch die Kollekten eingezahlt werden.
Hintergrund ist, dass im Blick auf die Zunahme des bargeldlosen Bezahlens eine Alternative zum klassischen Klingelbeutel entwickelt werden muss. Dass der „klassische“ Klingelbeutel noch für Jahre - wenn nicht Jahrzehnte - genutzt wird, steht dabei außer Frage.
Zweck des Versuches war, eine Antwort auf die Fragen zu finden:

1.) Wird das schon angenommen?
Antwort: Ja. Es nahmen zwar nicht viele Personen daran teil, aber einige schon. Die Einzahlungen bewegten sich zwischen 0,01 € und 150,00 € je Überweisung.

2.) Funktioniert es?
Antwort: Für einige gut, für andere schlechter. Der Erfolg ist sehr abhängig von der verwendeten Banking-App und der damit verbunden Methode der Tan-Generierung sowie von der Empfangsstärke der Handys - Kirchenmauern sind dick und scheinen auch LTE-Wellen abzuschrimen.

3.) Welche Bedenken gibt es:
a) "Das überfordert uns Ältere. Wir haben kein Smartphone und wollen das auch nicht lernen." Verständlich - aber, wie gesagt: Der Klingelbeutel wird für viele Jahre bleiben. Die „bargeldlose Kollekte“ ist nur eine weitere Möglichkeit zu geben.
b) "Wissen Sie dann, wieviel ich gespendet habe?“ - Ja. Es handelt sich um eine Überweisung. Dementsprechend gehen im Kirchenamt in Celle (nicht in Kirchenbüro) auch der Name ein. Allerdings nicht die Adresse.
c) "Dann kann ich ja keinen Hosenknopf und keine Unterlegscheibe mehr in die Kollekte werfen!" - In den Kollektenkorb können Sie das weiter einwerfen (müssen Sie aber nicht). Überweisen können Sie das allerdings nicht.

4.) Wie geht es weiter?
Der Kirchenvorstand und auch die Gremien des Kirchenkreises haben noch nicht darüber beraten. Derzeit ist es so, dass die Karten mit dem QR-Code weiterhin in der Kirche liegen und auch funktionieren. Es wird aber nicht mehr besonders darauf hingewiesen.
Auch mit der örtlichen Sparkasse sind wir im Gespräch, um Möglichkeiten zur Vereinfachung und Verbesserung des Verfahrens zu entwickeln.

5.) Warum gibt es eigentlich die Kollekte im Gottesdienst?
Die Kollekte hat immer zum Gottesdienst gehört. Schon im Alten Testament (2. Kön 12) wird darüber berichtet. Zum Teil wurden Naturalien für die Bedürftigen in der Gemeinde gesammelt - später sammelte man Geld. Zunächst wurden die Gaben überbracht. Der Apostel Paulus will die Spenden aus Mazedonien und Achaja persönlich nach Jerusalem bringen - heute würde man eher überweisen.
Inhaltlich gehört die Kollekte unbedingt zum Gottesdienst dazu. Denn der Glaube muss auch für Andere Gutes wollen - deshalb gibt es z.B. das Fürbittgebet, in dem wir für andere beten. Und der Glaube muss praktische Konsequenzen haben - das kann sich in der Kollekte zeigen, in dem wir von dem, wovon wir genug haben, abgeben für die Menschen oder Projekte, die es nötig haben.

Wenn Sie weitere Fragen, Anregungen oder Ideen haben, freuen wir uns über Ihre Rückmeldung.

Ps.: Wir sind völlig überrascht worden vom großen Interesse der Medien an unserem Versuch. Ein paar Veröffentlichungen finden Sie hier.

 

├ťbersicht Fundraising

Das Interview auf Domradio.de

Fricke_nach_Wahl
Superintendent Ottomar Fricke
Am Kloster 1A
29664 Walsrode
Tel.: 05161 989710