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Der Kirchenkreis Walsrode liegt in der Mitte Niedersachsens und erstreckt sich über die Fläche des bis 1974 existierenden alten Landkreises Fallingbostel. Er erstreckt sich zwischen den Orten Lindwedel im Süden, Rethem im Westen, Dorfmark im Osten und Bommelsen im Norden. Das Gebiet des Kirchenkreises ist ländlich geprägt und liegt in einer bevorzugten Tourismusregion. Hügel, Wälder und Flussläufe sind typisch für die Landschaft.

 

Kirchen und Kino - The Broken Circle

Walsrode, 22. Februar 2015, 20.15 Uhr

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„Mitgegeben auf den Weg"

Bild: Pastor Hülsmann

Weihnachten ist vorbei. Die Weisen aus dem Morgenland sind wieder abgereist.
Nur die Leute von Pegida sind noch da. Sie haben noch nicht verstanden, dass der kurze Besuch dieser drei Ausländer in unserem christlichen Abendland ein Aufruf zum guten Miteinander der Religionen war. Seit Jahrhunderten verkörpern die drei Könige die drei zur damaligen Zeit bekannten Kontinente. Der als Greis dargestellte älteste König Caspar steht für Europa. Melchior, ein König im besten Mannesalter, vertritt Asien. Der jüngste und schönste, der dunkelhäutige Balthasar, steht für Afrika.
Diese drei Könige machen sich auf die Suche nach Gott. Da sie gemeinsam an der Krippe eintreffen, müssen sie sich vorher irgendwo getroffen oder sich verabredet haben. Und sie werden auch darüber gesprochen haben, wer was wie sucht, was man schenkt und in welcher Reihenfolge man sich dem Gesuchten nähert. Das ist ein Dialog, ein Trialog der Religionen. Wenn wir die drei heute nicht mehr als Vertreter von Erdteilen nehmen, dann könnten wir sie stattdessen als Repräsentanten der drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam nehmen, sagt der Journalist Heribert Prantl.
An den drei Königen wird nämlich deutlich: Man findet Gott nicht im Wettlauf oder im religiösen Wettkampf. Man findet Gott nur im Miteinander. Jeder König kennt den Fundamentalismus in sich und den Glauben, ganz allein die Wahrheit gepachtet zu haben. Aber der Dreikönigsweg zeigt, dass wir Gott nur finden können im Reden mit dem anderen und im gemeinsamen Suchen. Manchmal muss dabei auch einer auf den anderen warten.
Wenn wir das vergessen, dann verlieren wir die Erkenntnis, die das Licht der Aufklärung uns in Europa geschenkt hat und die wir mit dreißig Jahren Krieg teuer bezahlt haben.
Was für ein eindringliches Zeichen, dass am Kölner Dom während der Pegida-Demonstration das Licht ausging, denn hier sollen schließlich die sterblichen Überreste der drei Könige ruhen!

Ihr Matthias Hülsmann, Schulpastor am Gymnasium Walsrode

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