Mitgegeben auf den Weg

01. Mai 2021

„Er hat große Macht und „es“ wird kein Ende nehmen.“ Wenn Sie diesen Satz lesen, stellen Sie sich wahrscheinlich sofort die Frage: Was wird kein Ende nehmen? Vielleicht schießen Ihnen Gedanken durch den Kopf mit Worten wie Unterdrückung, Krieg, Leid, vielleicht auch Fake News, (Cyber-)Mobbing, Druck. Wenn wir hören, dass jemand in unserer Welt Macht besitzt, dann verbinden wir damit oft Gefährliches. Wir kennen zu viele Menschen in unserem privaten Bereich wie auch in der Weltpolitik, die ihre Macht leider nicht zum Positiven nutzen. Dabei wäre das ja auch möglich: Macht haben, um Gutes zu tun, Herrschen, um für alle da zu sein, behutsames Leiten im gemeinsamen Miteinander. Aber das fällt uns Menschen schwer.
Nun muss ich aber das Rätsel auflösen, was es mit dem Anfangssatz und dem „es“ wirklich auf sich hat. Er ist ein Zitat aus der Bibel und der Text der heutigen Losung aus Jesaja 9,6:

„Seine Herrschaft wird groß werden und der Frieden wird kein Ende nehmen.“

Da ist von einem Herrscher die Rede, den Gott senden und der seine Macht zum „Frieden bringen“ nutzen wird. Es ist ein Wort aus dem Alten Testament, das bereits auf Jesus hinweist als Hoffnungsträger. Da wird einer kommen, der es anders macht. Die Menschen, die einige Jahrhunderte später diesem Jesus begegnen, erleben seine andere Art von Macht. Sie bestand und besteht aus Frieden, Liebe, Dienen. Viele Menschen bis heute lassen sich von ihm inspirieren, vertrauen ihm und glauben, dass Frieden, Liebe und Hoffnung zu schenken die bessere Art ist für unser Leben. Sehr eindrücklich wird das auch in einer Begebenheit, die sich vor einigen Jahren in Israel abgespielt hat (von Irmela Wendt):

„Unser Panzerkommandeur Herr Eli Geza sieht Kinder spielen, soll schießen auf ihre Stadt, sagt NEIN und geht heim, sucht neue Arbeit, pflanzt im Land junge Bäume, die blühen schon bald!“

So stand es in den Zeitungen: Oberst Eli Geva, Kommandeur einer Panzerbrigade, wurde aus der Israelischen Armee verstoßen. Er hatte sich geweigert, einen Platz in Beirut unter Beschuss zu nehmen, auf dem er Kinder spielen sah.
Wie schön, wenn über uns einmal gedacht und gesagt wird: Sie/Er hatte die Macht und sie zum Frieden, für Liebe und Hoffnung genutzt!

Diakon Dirk Everts, Hodenhagen

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