Mitgegeben auf den Weg

11. September 2021

Politik kommt von Polis, griechisch: Stadt, und meint das Steuern des Zusammenlebens, so, dass die Bürger in möglichst großer Zahl zu möglichst viel Zufriedenheit finden. Dazu ist Gerechtigkeit nötig, dass alle nach ihrer Fähigkeit sich beteiligen an den gemeinsamen Aufgaben und alle abbekommen vom Erwirtschafteten und vom Wissen. Das fordert ein dauerndes Abwägen und Verhandeln und Entscheiden.
Ein Einzelner auf einer Insel muss sich nur mit sich und den Gegebenheiten abstimmen. Aber wenn man zu zweit ist oder in Familie, dann ist viel Absprache und faires Aufteilen der Arbeit nötig, viel Rücksichtnahme und Hilfestellung, so dass alle möglichst frei ihre Sache tun können. Dazu müssen alle Beteiligten öfter ihre Anliegen "auf den Tisch packen", sich auf Regeln festlegen und Einigung suchen.
Und noch wichtiger sind die Absprachen im Großen. Regeln und Einrichtungen - "Runde Tische", Ämter in Stadt, Kreis und Land sind in einer langen Geschichte gewachsen. Immer geht es darum, Bevorzugungen abzubauen und Gewalt zu vermeiden. Streitstoff gibt es genug - was für den einen Freude, ist dem andern Qual. Immer gibt es Stärkere und Schwächere, Gewitztere und Schwerfälligere, Fleißigere und Gemütlichere, Begnadete und Gehandikapte. "Politik jetzt" muss das Zusammenleben der Verschiedenen jetzt bessern.
Von Zeit zu Zeit sind Wahlen nötig, um für die vielen "Runden Tische" Frauen und Männer abzuordnen. Die Abgeordneten haben dann auf bestimmte Zeit Auftrag und Macht, die öffentlichen Aufgaben zu erledigen, beziehungsweise sie in Auftrag zu geben, wohl wissend, woher das Geld genommen wird.
Ein großes Thema ist, jungen Menschen fundierte Bildung und eine gute berufliche Ausbildung zu ermöglichen. Bildung ist wichtig wie Gesundheit.
Für meine Person das Schlechte zu meiden und das Gute zu tun, ist wichtig. Genauso nötig ist, mich um die Ordnung des Ganzen zu bemühen. Ob im Kirchenvorstand oder im Verein, in einer Partei oder im Elternrat - an einer Stelle gestalte das Gemeinsame mit. Es ist auch deins. Als Wählende und als Gewählte - machen wir es gut.

Thomas Delventhal, Pastor in Meinerdingen

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