Mitgegeben auf den Weg

24. Juli 2022

Ich radle an einigen abgemähten Kornfeldern entlang. In der Luft stehen Wärme und Trockenheit, es riecht nach Stroh und Ernte. Und doch erfasst mich eine kleine Wehmut: mitten im Hochsommer künden die Felder an, dass die Tage wieder kürzer werden, der Herbst bald vor der Tür steht. Ich halte kurz inne und spüre nach: In die Freude über die Wärme und Unbeschwertheit der Sommertage mischt sich schon die Ahnung, dass es nicht so bleiben wird. Vielleicht gehört beides ja zusammen? Das Erleben einer schönen Zeit und das Wissen: ich halte die Stunden nicht fest, nicht für immer kann es sorglos und leicht sein.

 „Du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir“, betet der Kirchenvater Augustinus. Für mich drückt das sehr schön aus, dass wir auf dem Weg sind. In unseren Herzen wohnt eine Sehnsucht nach dem, was bleibt, dass wir Ruhe und Heimat finden. Dieser Sehnsucht zu folgen ist der Kompass, der unserem Lebensweg die Richtung weist.

Sven Quittkat arbeitet bei der Dachstiftung Diakonie in Hannover.

Übersicht Andachten