Mitgegeben auf den Weg

28. Oktober 2023
Pastorin Elke Conrad

Heute werden in der Klasse 3b die Karten neu gemischt. Vier Schülerinnen spielen eine Runde Uno. An einem anderen Tisch geht es bei einer Runde Malefiz hoch her.

In einer Hamburger Grundschule steht im Rahmen des Projekts „Spielstarke Schule“ einmal in der Woche das Fach „Gesellschaftsspiele“ auf dem Stundenplan. Um gemeinsam ein Spiel zu spielen, das wissen wir alle, müssen die Kinder sich an die Regeln halten. Wenn jemand dagegen verstößt oder mogelt, ist es mit dem Spaß schnell vorbei.

„Die Kinder lernen quasi spielerisch einen fairen Umgang miteinander. Ihre soziale und emotionale Kompetenz wird gefördert.“, erklärt eine Lehrerin der Schule. Was die Schüler auf dem Spielfeld einüben, überträgt sich fast von selbst auf den Umgang miteinander auf dem Pausenhof.

Regeln, die das Leben im Alltag ordnen, sind wichtig. Neben dem Bürgerlichen Gesetzbuch und dem Grundgesetz setzt für uns Christen auch die Bibel schon lange solche Maßstäbe fürs Handeln. Die „Zehn Gebote“ sind seit Menschengedenken eine wichtige Richtschnur für ein gutes und gerechtes Miteinander. Im Schöpfungsakt hat Gott den Menschen zu seinem Ebenbild geschaffen. Jeder Mensch verdient darum Respekt und Zuwendung, - ohne Ausnahme. Niemals ist er nur Mittel zum Zweck oder darf nur nach seinen Funktionen bewertet werden. Gott hat jeden und jede zur Freiheit und Verantwortung bestimmt. Gerade darin kommt die Würde des Menschen zum Ausdruck, die unverlierbar ist.

Viele Menschen reagieren auf die Zehn Gebote schnell abwehrend. „Du sollst“ und „Du sollst nicht“, das klingt eher nach Verboten, die einengen. Der Reformator Martin Luther erkannte in den Geboten im Vertrauen auf den gnädigen Gott dagegen vielmehr das Geschenk einer tiefen inneren Freiheit. Diese Freiheit erfahren wir immer dort, wo wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen für unser eigenes und das Leben anderer. Im Alltag, im Großen wie im Kleinen trägt so jeder und jede zum Gelingen des Lebens bei.

Jesus selbst hat das in der Bergpredigt auf den Punkt gebracht: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch!“ Mt.7,12

Zur Übersicht der Andachten