7. Sitzung der Kirchenkreissynode im Walsroder Gemeindehaus

01. April 2022

Am Mittwoch, dem 30. März, kam die Kirchenkreissynode im Walsroder Gemeindehaus zu ihrer 7. Sitzung zusammen. Im Zentrum der Beratungen stand diesmal die Planung für den Zeitraum 2023-2028.
Pastor Herberts Seevers stellte zunächst die Konzepte zu den Handlungsfeldern mit landeskirchlichen Grundstandards vor. Diese wurden in den vergangenen Monaten von mehreren Arbeitsgruppen entwickelt. Sie beschreiben die Standards der Arbeit des Kirchenkreises, die in den kommenden sechs Jahren trotz der erforderlichen Einsparungen gewährleistet werden sollen, und bilden die Grundlage für die Stellen- und Finanzplanung. Als Tendenz zeichne sich in vielen Bereichen eine stärkere Regiona- lisierung ab. Auch zentrale Handlungsfelder der Gemeindearbeit wie Gottesdienst, Kirchenmusik und Jugendarbeit sollen in Zukunft nicht mehr allein von den einzelnen Kirchengemeinden, sondern von Nachbarschaften aus mehreren Gemeinden verantwortet werden. Als weitere Zukunftsaufgabe wurde der Erhalt des digitalen Angebo- tes der Kirche benannt, das während der Corona-Pandemie erheblich ausgebaut wurde, auch als Ersatz für entfallende Präsenzangebote. Diese nach der Rückkehr zu den Präsenzveranstaltungen trotz schwindender Ressourcen aufrecht zu erhalten, sei eine wichtige Herausforderung für den Kirchenkreis, weiß Herbert Seevers.
Nach der Beschlussfassung über die Konzepte stellte Superintendent Ottomar Fricke den Finanz- und Stellenrahmenplan für den Planungszeitraum 2023-2028 vor, der im Struktur- und Stellenplanungsausschuss erstellt wurde. Das zentrale Kennzeichen ist die Vorgabe der Landeskirche, pro Jahr 2 % einzusparen, also 12 % über den ganzen Zeitraum. Dies sei deutlich mehr als im laufenden Planungszeitraum, in dem ins- gesamt lediglich 3 % eingespart werden mussten. Zu hoffen bleibe, das die Landes- kirche auch in Zukunft bei ihren Zuweisungen die Inflationsrate ausgleichen könne.
Die Einsparungen würden vor allem durch Stellenabbau erreicht. In Walsrode werde es in Zukunft eine ganze Pfarrstelle weniger geben (das Volumen der Stellenanteile sinkt von 3,3 auf 2,3). In Fallingbostel solle perspektivisch nur noch eine Pfarrstelle und eine erweiterte Diakonenstelle bleiben. Gilten solle von Schwarmstedt pfarramtlich mitversorgt werden. Ziel der Stellenplanung sei es, volle Pfarrstellen zu erhalten (auch weil Teilzeitstellen im ländlichen Raum künftig kaum noch besetzbar sein wür- den), dafür werden deren Inhaber stärker in den Nachbarschaften mitarbeiten müssen).
Da die Gemeindegliederzahlen weiter sinken würden, müsse der Kirchenkreis dringend an der Senkung der Verwaltungskosten arbeiten, so Fricke. Dies sei jedoch nicht einfach, da die Verwaltungsaufgaben immer größer würden, etwa durch die kommende Umsatzsteuerpflicht der Kirchen.
Der Rahmenplan wurde von der Kirchenkreissynode einstimmig verabschiedet.
Ein begleitender Antrag an die Landessynode zum Konzept für die Verwaltung, der bereits von mehreren anderen Kirchenkreisen beschlossen wurde, wurde von Astrid Bertram, der Leiterin des Kirchenamtes Celle, vorgestellt und von der Kirchenkreissynode beschlossen. Dabei geht es um den Abbau von Bürokratie und Hilfe zu einer vereinfachten Verwaltung.
Nach der Pause standen die Jahresabschlüsse des Kirchenkreises für die Rechnungsjahre 2017 und 2018 auf der Tagesordnung. Diese wurden von der Synode festgestellt. Für die Verwendung der Bilanzüberschüsse wurde beschlossen, sie den Rücklagen zuzuführen.
Auf Antrag des Schul- und Bildungsausschusses wurde ein neuer Ausschuss für Kirchenmusik und kirchliche Kulturarbeit gebildet. In den Ausschuss gewählt wurden aus den Reihen der Synodalen Kreiskantor Holger Brandt, Pastor Claus van Veldhuizen und Antje Garbers.
Als weitere Mitglieder wurden Kristina Diekmann, Henning Hebenbrock und Pastorin Lea Nickel berufen. Aus dem Kirchenkreisvorstand berichtete Superintendent Ottomar Fricke von den drei Visitationen, die bereits in diesem Jahr stattgefunden haben.
Gute Nachrichten gebe es aus der Kirchengemeinde Bad Fallingbostel: Dort bekomme das Pfarramt in diesem Jahr zwei neue Gesichter. Eine Pastorin und ein Pastor, die als Berufsanfänger gerne in derselben Gemeinde ihre erste Pfarrstelle übernehmen – ein Glücksfall für die Gemeinde, wie auch die Mitarbeit von Pastorin Kristina Scherer aus Brasilien.
Großen Dank richtete der Superintendent an Pastorin Rosl Schäfer, die am kommenden Sonntag in den Ruhestand verabschiedet werde und nicht nur als langjährige Seelsorgerin der Walsroder Gemeinde gewirkt, sondern auch als Diakoniepastorin viel für den Kirchenkreis geleistet habe.
Erschüttert zeigte sich Fricke über den Krieg in der Ukraine und sprach über die Friedensgebete im Kirchenkreis und die diakonischen Hilfsangebote für Flüchtende.

Die nächste Tagung der Synode findet am 23. November statt.

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