Wenn es nach der Anzahl der Kalender ginge, die man so zum Jahresende geschenkt bekommt, dann hätte ich noch 10 Jahre oder mehr vor mir. Im neuen Jahr halte ich zwei Jahre in meinen Händen: hier den vollen Terminkalender, ich arbeite immer noch analog, das vergangene Jahr; dort den leeren Terminkalender, das kommende neue Jahr. Noch liegt die ganze Zeit vor mir. 365 Tage. Noch kann ich sagen: Ich habe Zeit. Ich habe eigentlich immer Zeit- solange ich lebe. Die Frage ist vielmehr, wofür ich mir Zeit nehme, mit wem oder womit ich meine Zeit verbringe. Denn für das, was mir wichtig ist, finde und nehme ich mir auch die nötige Zeit. Ein Blick auf das vergangene Jahr, in den alten Kalender, ist hilfreich für mich. Möglicherweise merke ich, dass ich meine Zeiteinteilung ändern und ins richtige Gleichgewicht bringen muss. Hier vielleicht ein bisschen weniger Zeit einplanen, damit dort ein wenig Zeit übrig bleibt. Ich wünsche uns allen, dass wir das neue Jahr als ein Geschenk Gottes sehen können. Er ist der Herr aller Zeiten, weil er außerhalb von ihr lebt. Er, der Ewige schenkt jedem von uns ein bestimmtes Maß an Zeit, um daraus etwas zu machen. Jeder und Jede von uns hat die Möglichkeit, Zeit zu verwandeln und zum Leben zu bringen. Ich kann zeit verwandeln in Gespräch, Arbeit, in Liebe, in Trost, in Fürsorge, in Zuhören und Aussprechen. Ich kann meine Zeit aber genauso verwandeln in Langeweile, Leere, Hektik und Unruhe. Ich kann Zeit nutzen oder vertreiben. Ich kann sie mit Leben füllen oder kann sie totschlagen. Sie liegt vor mir. Was will ich mit ihr anfangen?
Norbert Mauerhof