Noch ist das Neue Jahr 2026 jung und viele von uns beginnen es mit guten Vorsätzen, die so schnell wieder vom Alltag kassiert werden. Ein liebevoller Umgang in der Familie und mit Freunden, mehr Sport, gesund leben, soziales Engagement, mehr Muße, andere möchten sich endlich engagieren, dass Kummer und Sorgen von Menschen sich auflösen lassen, Einsamkeit, Krankheit und finanzielle Not ein Ende finden, die politische Lage sich entspannt und Frieden herrscht. Der Jahreswechsel setzt eine vermeintliche Zäsur, ein Anfang, dem ein Zauber innewohnt, wie Hermann Hesse es in seinem Gedicht beschreibt, und doch – wir alle nehmen uns mit unseren Stärken und Schwächen, unserer Persönlichkeit, unserer Biografie immer mit. Wir werden nicht plötzlich ein anderer aus uns heraus, Veränderungen, Wandel vollziehen sich meist langsam, manchmal auch radikal und sind von Hoffnung und Mühe getragen. Veränderung braucht Vertrauen und dies verheißt die Jahreslosung für 2026: Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! aus der Offenbarung des Johannesevangeliums 51,5. Diese Verheißung beginnt mit der Aufforderung an uns Menschen: SIEHE!
Eine Einladung zu einer genauen Wahrnehmung, öffne Augen und Herz und trage Hoffnung in Dir. Voran gestellt in der Jahreslosung wird unsere Beziehung zu Gott: schau hin, lass Dich ein auf das, was kommen mag, wage den Aufbruch. Mir schenkt diese Losung Hoffnung für das Neue Jahr: Gott ist ein Gott der Zukunft, er verspricht Veränderung, er zeigt uns: liebe, vertraue und geh weiter mit dieser Hoffnung. Sein Versprechen eröffnet uns Wege im Herzen, im Glauben, im Alltag, wenn wir in uns hineinhorchen und zu verstehen suchen, was uns Gott zeigen möchte sowie im Vertrauen darauf weiterzugehen.
In dem Kanzelsegen der evangelischen Kirche fühle ich mich sehr geborgen „Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, er bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem Herrn. Amen“ In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein neues Jahr mit viel Gottvertrauen, Kraft und Humor.
Dr. Eva von Westerholt, Äbtissin des Klosters Walsrode