Mitgegeben auf den Weg

17. Januar 2026

Früher war alles besser, – wie häufig höre ich diesen Satz, immer wenn es darum geht, dass sich Dinge verändern und dann folgt häufig ein verklärtes Schwadronieren über die Vorteile von früher. Natürlich gibt es Dinge, die definitiv schon mal besser waren, das steht nicht zu Debatte, aber das allgemeine Verklären hilft nicht weiter, im Gegenteil, es unterbindet das Erkennen der Probleme der Gegenwart. Früher war alles besser, – das fand Jesus schonmal nicht. Obwohl er durchaus die Probleme seiner Zeit kannte. Er wusste, dass einiges, was die Menschen taten, schon die Verbesserung zu früher war. Aug um Aug, Zahn um Zahn, verhinderte die maßlose Blutrache, und hat gleiches mit gleichem vergolten. Das war ein riesiger Fortschritt und doch sagte er, dass ab jetzt etwas anderes gelten solle. Kein Hass, keine Vergeltung, sondern wahrhaftige Nächstenliebe, die nicht nur das eigene Umfeld einschloss, sondern alle Menschen, egal ob Freund:in oder Feind:in. Jesus jammerte nicht, dass alles viel besser war, als noch die alten Gesetze galten, sondern er machte neue, noch viel radikalere. Wenn wir heute in seine Nachfolger:innen sein wollen, dann ist es unsere Aufgabe, so wie er daran zu arbeiten, dass diese Welt eine bessere wird. Da ist einiges zu tun. Falls dabei Ideen, die früher schonmal sehr gut waren, wieder eine Rolle spielen, umso besser, falls sie überarbeitet werden müssen: Ärmel hochkrempeln und los. Aber unsere Perspektive muss die Zukunft sein und nicht die Vergangenheit. Damit wir hoffentlich sagen können: jetzt ist alles besser!

Silke Reimann, Diakonin  Nachbarschaft Süd im Kirchenkreis Walsrode

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