Alles hat seine Zeit – haben wir für alles Zeit?
„Ein jegliches hat seine Zeit“, so heißt es in der Bibel, Prediger 3. In Ausführungen und Beispielen wird verdeutlicht, dass wir Menschen nicht jederzeit und spontan alles für wichtig und bedeutend Empfundene und Bewertete erarbeiten und vollbringen können – es nicht können und müssen. Unbestritten ist es von Wichtigkeit und macht es Sinn - als Mensch auf seinem Lebensweg „sich auf den Weg zu machen“, eine Orientierung zu haben und Wertvolles auch beherzt und mit Durchhaltevermögen anzugehen. Der Mensch kann nicht nur vor sich hinleben – sondern vielmehr auf etwas „hin-leben“.Was heißt dies für einen Menschen – für die Menschen heute? Wir verfügen über sehr viele Informationen, häufig auch erhebliches Wissen und bestenfalls auch über ein Maß an Verständnis über die eigene kleine – und über die große Welt. Was ist wirklich wichtig? Eine Basis für sich selbst, für das eigene Leben –zunächst.
- Aufgewachsen, materiell und emotional versorgt zu sein und mehr und mehr selbst dazu beizutragen durch Schule, Ausbildung, Beruf, Aufgaben.
- Menschliche Beziehungen erleben, sie zunehmend mitgestalten, aufzubauen und auszubauen.
- Partnerschaft und Familie als „sicheren Ort“ erleben und später selbstgestalten.
Darüber hinaus über den eigenen Tellerrand weiter zu schauen in die Welt umeinen herum – in die große Welt. Eine Welt, informationstechnisch vernetzt, faszinierend – aber auch kulturell, politisch, ökonomisch und ökologisch aufgerüttelt und erschüttert – und den halbwegs sensiblen Menschen oft anführend, bewegend und beunruhigend. Insbesondere junge Menschen wollen oft bei all der Erkenntnis doch vieles anders und besser angehen und versuchen – in Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Organisationen. Sie finden sich nicht ab – glauben und setzen sichein in Beruf und Ehrenamt. Sie spüren Freude und Sinn dabei – können sich begeistern und andere begeistern. Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten –die viele kleine Schritte tun – können das Gesicht der Welt verändern. Aber dennoch müssen und dürfen sie immer wieder innehalten, zur Ruhekommen, Atem holen, Pause machen. Menschen haben für ihre Gesundheitund ihr Wohlbefinden einen notwendigen Bedarf an Ruhe, Muße –
Ausspannen. Niemand kann und muss ununterbrochen „mal eben noch dieWelt retten…“. Niemand kann und muss mit zehn Fingern eine Vielzahl Löcherin einer Bootswand stopfen…Vertrauen und Zuversicht – und Geduld…. Nun ist Abend – und morgen ist einneuer Tag.
Harald WernerDiplom- Pädagoge