Mitgegeben auf den Weg

05. September 2026

Manchmal kommt mir der Tag vor wie ein Zug ohne Zwischenhalt. Termine, E-Mails, Einkaufen, Telefonate – und schon ist wieder Abend. Viele Menschen erzählen, dass sie zwar ständig beschäftigt sind, aber kaum noch sagen können, was sie eigentlich erlebt haben. Dabei braucht unser Leben kleine Auszeiten. Eine Tasse Tee. Drei tiefe Atemzüge, bevor der nächste Termin beginnt.

Ruhe gehört zum Leben dazu. Jesus hat das erstaunlich oft gezeigt: Mitten in Begegnungen zieht er sich zurück. Nicht, weil ihm die Menschen egal wären, sondern weil in der Unterbrechung neue Kraft wachsen kann.

Vom Wert der Unterbrechung spricht auch der Monatsspruch für September. Es ist ein Sprichwort aus dem alten Israel: Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind. (Kohelet 4,6) Schon eine Hand voll Ruhe reicht aus, um zu leben. Manchmal reichen schon ein paar Minuten: das Handy weglegen, in den Himmel schauen, dankbar werden für das, was gerade da ist.

Die Welt wird sich in diesen kurzen Entspannungsmomenten weiterdrehen. Und vielleicht dreht sich dann auch etwas in uns. Ich werde ruhiger. Freundlicher. Gelassener. Eine Pause ist kein Luxus und keine verlorene Zeit. Sie ist oft die Voraussetzung dafür, dass wir uns nicht verlieren, auf uns achten und dann auch wieder unseren Mitmenschen mit offenem Herzen begegnen können.

Übersicht „Andachten"