In der Blumenhalle auf der Landesgartenschau in Bad Nenndorf sprießen Blumen aus Köpfen undHerzen. Diese künstlerische Darstellung erinnert an den Zusammenhang zwischen Gedanken,Blumen und Gefühlen. Sie knüpft an die Erfahrung an, dass ein bunter Blumenstrauß unsere Launeerheblich steigern kann. Oder dass wir „Blumen sprechen lassen“, wenn wir etwas vielleicht nurschwer in Worte fassen können. Blumen sind Zeichen für Leben und Lebendigkeit, aber auch Dürreund Vergänglichkeit ist an ihnen besonders sichtbar. Nicht ohne Grund sprechen wir ja davon, dassjemand „aufblüht“ oder andererseits „eingeht wie eine Primel“. Und so finden sich in derAusstellung neben üppigen farbigen Blütenträumen auch Dornen und Disteln, Stacheliges undVertrocknetes. So wie es in unserem Leben manches Sperrige und Unangenehme gibt, dunkleGedanken, verletzende Erfahrungen. Daneben aber hoffentlich auch und mehr überbordende Fülleund Lebendigkeit.Ob Jesus Lieblingsblumen hatte? Das wissen wir nicht. Aber er hatte wohl durchaus einen Blick fürihre Schönheit und sah sie als Zeichen, wie Gott für alles Leben sorgt. So heißt es: „Schaut dieBlumen auf dem Feld an, wie prächtig sie gekleidet sind. Wenn Gott die Feldblumen so ausstattet,die heute blühen und morgen vergehen, wird er sich da nicht erst recht um euch kümmern? Machteuch also nicht so viele Sorgen!“ (Matthäus 6, 29-30) Das heißt doch wohl für uns jetzt:Herbstliche Düfte und Farben tanken und sich auch im Winter ein paar Blütenträume gönnen!
Pastorin Sabine Half, Ev.-luth. Kirchengemeinde Eickeloh-Hademstorf