Mitgegeben auf den Weg

14. Februar 2026

Es gibt einfach Orte, die mich erden. Sie zeigen mir Gottes Nähe und geben mirKraft. Ich habe das Glück, das so ein Ort direkt hinter der Schule ist. Die alteBockwindmühle an der Aller. Erst kürzlich brauchte ich diesen Ort wiederdringend. Es waren die Tage der Zeugniskonferenzen. Das Benoten vonLernfortschritten gehört mit zu meinem Beruf, aber es erinnert mich auchdaran, wie oft auch ich bewertet wurde, da reicht ja oft ein Blick von anderenMenschen.Aber während ich da am Ufer stand, wurde mir mein Glaube wieder wichtig.Denn er erinnert mich daran, dass ich niemals die ganze Person bewerte.Etwas, was ich auch den Schüler:innen mit auf den Weg gegeben habe in denTagen vor den Zeugnissen. Oft fragen mich Schüler und Schülerinnen:„Glauben Sie das eigentlich wirklich?“ Nur ein Ja wäre da zu wenig. Und dannhilft dieser Ort an der Aller. Glaube ist nicht starr, sondern im Fluss wie dasWasser in der Aller, aber er hat auch ein festes Fundament wie diese alteBockwindmühle. Aber auch diese Mühle ist beweglich. Mein Glaube hältBewegung und Zweifel aus.Dieses Fundament ist für mich auch die Gewissheit, dass unser Wert nicht eineNote auf einem Zeugnis oder die schnelle Meinung von Menschen nach einemkurzen Blick ist. Gott gibt keine Noten. Er hat uns eine Zusage mitgegeben,noch bevor wir überhaupt etwas geleistet haben. Du bist gewollt. Du bistwertvoll, genauso, wie du bist, mit allen Ecken und Kanten.Wir sind mehr als die Summe unserer Noten und Erfolge. Wir sind Gottesgeliebte Menschen, egal wo wir gerade sind.

Gott, du siehst mich nicht als bloße Zahl oder Leistung, sondern als Mensch.Hilf mir, mich nicht über die Urteile anderer zu definieren, sondern in deinerLiebe geborgen zu sein.

Diakonin Claudia Gürtler, Katechtische Lehrkraft GOBS Londy-Schule, GOBS Rethem (Aller)

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